Volley Teil 1 – Tennis Technik – HD


Hallo liebe Tennisfans, hier ist wieder euer
Markus von „all about Tennis“. Heute möchte ich euch erklären, wie ich meine Volleys
Spiele und auch warum ich sie so spiele, wie ich sie spiele. Aber bevor es losgeht, möchte
ich noch ein Versprechen einlösen, und ganz herzlich den Björn grüßen. Ja, erst mal
ein paar grundsätzliche Dinge zum Volley. Wenn ich ans Netz angreife, oder auch schon
am Netz bin, wie zum Beispiel im Doppel, wird mir der Gegner natürlich keinen einfachen
Ball zu spielen, sondern auch etwas riskieren, und deswegen werde ich oft einen schwierigen
Ball bekommen, einen sehr schnellen Ball, einen tiefen Ball, einen Ball der sehr weit
entfernt ist von mir, da geht es eben darum, dass man die Kontrolle über den Ball behält.
Und genau darauf ist eben auch ein Volley ausgelegt, und zwar sehr sehr stark auf Kontrolle
und eben nicht auf Geschwindigkeit. Jetzt ist die Frage, wie bekomme ich diese Kontrolle
in den Ball und das mache ich eben folgendermaßen: Als erstes zur Griffhaltung, es ist so, wenn
wir da den Arm wieder hängen lassen, den Schläger hier ganz unten hinnehmen, in der
Position, Schlägerfläche senkrecht zum Boden, dann greift man obendrauf auf den Schläger.
Es ist praktisch ein ganz neutraler Griff. Man spielt mit diesem Griff Vorhand- und Rückhand
Volley. Das ist übrigens auch der Griff, mit dem ich meine Aufschläge mache, den Überkopfball
spiele, Vorhand und Rückhand Slice von der Grundlinie spiele, oder Stopps spiele. Das
ist alles dieser Griff. Wenn wir uns jetzt den Griff mal ansehen, dann stellt man eigentlich
fest, dass man mit diesem Griff den Ball gar nicht wirklich so weit vor dem Körper treffen
kann. Denn wenn ich jetzt das einmal Vergleiche mit einem Grundlinien Topspin Schlag und ich
würde den Arm an die Position bringen, wo ich jetzt einen Grundlinien Topspin Schlag
spiele, Vorhand jetzt zum Beispiel, dann ist der Schläger vollkommen offen, und ich schieße
ihn an die Decke. Deshalb wird ein Volley, oder übrigens auch ein Slice, deutlich weiter
hinten getroffen, und auch weiter entfernt vom Körper. Dafür ist eigentlich der Griff
da, und es ist ja auch gut so, denn Passierbälle werden ja eben meistens doch weit weg von
einem gespielt, und man muss sie eben teilweise sehr sehr weit weg vom Körper spielen. Das
ist eben auch ganz wichtig, dass man das versteht, dass man nicht versucht, die Volleys extrem
weit vor dem Körper zu treffen. Man kann einen Volley durchaus neben dem Körper treffen,
meistens ist es aber so, und das versucht man auch, ihn ein kleines Stück vor dem Körper
zu spielen. Hier habe ich euch einige Volleys von der Seite aufgenommen, da könnt ihr am
besten sehen, wie weit ich den Ball vor mir treffe, also relativ knapp nur vor dem Körper.
Bzw. wenn ich mich sehr weit zum Ball hinüberstrecken muss, wie jetzt dann gleich, dann kann man
den durchaus einmal komplett neben dem Körper treffen. Das ist also absolut o. k. und möglich
mit diesem Griff. Dann möchte ich zum Handgelenk kommen. Mit dem Handgelenk ist es so, man
möchte ja eben maximale Kontrolle haben beim Volley, dafür ist es wichtig, das Handgelenk
relativ ruhig zu lassen, also stabil. Den Ball nicht aus dem Handgelenk schlagen, oder
auch schneiden, auf oder zu kippen. Das wäre alles schlecht denn damit verändert man die
Schlägerfläche sehr stark in kurzer Zeit, und genau das macht den Ball unsicher. Das
Handgelenk soll eben stabil bleiben, und mit stabil meine ich eben in dieser Position.
Wenn wir das anschauen das Handgelenk, dann ist hier so ein ganz leichter Knick nach oben,
den kann man auch etwas mehr machen, zum Beispiel wenn man eine Vorhand etwas weiter vor sich
treffen möchte. Was ich immer wieder feststelle ist, viele versuchen dann die Rückhand sehr
weit vor sich zu treffen und da ist eben genau das Problem, dann knicken Sie das Handgelenk
so. Also das wäre ganz schlecht so ein Handgelenk zu haben. Da hat man keine Kraft, da tut es
weh, wenn der Ball auftrifft. Also das Handgelenk sollte praktisch in dieser Position, relativ
stabil bleiben. Hier seht ihr ein paar Rückhand Volleys von der Seite. Auch hier könnt ihr
ganz gut sehen wie knapp sich der Treffpunkt nur vor dem Körper befindet. Und eben auch
wie stabil das Handgelenk ist, wie ich es gerade eben beschrieben habe, das ist ganz
wichtig. Dann möchte ich zum Ellbogengelenk, und zur Schulter kommen. Ich nehme die beiden
zusammen, weil es ein bisschen notwendig ist, um es gut zu erklären. Und zwar das sind
eigentlich die beiden Gelenke mit denen ich im Endeffekt den Volley spiele. Da ich ja
möglichst viel Sicherheit und Kontrolle möchte, über den Ball, möchte ich natürlich, dass
die Schlägerfläche mit der ich den Ball treffe, möglichst lange an den Punkt hin
zeigt, wo ich den Ball hin spiele. D.h. ich möchte keine große Veränderung der Schlägerfläche
während des Volley Schlages. Und das gelingt mir eben am besten, wenn ich den Schläger
größtenteils aus dem kompletten Arm, also ich mach‘s sehr gerne aus der Schulter hauptsächlich,
nach vorne unten führe. Also ein Volley wird auch immer leicht unterschnitten. Ich kann
aber durchaus leicht mein Ellbogengelenk mitnehmen, und es am Anfang etwas mehr anwinkeln und
den Arm dann strecken. Auch dann zeigt die Schlägerfläche immer noch sehr sehr präzise
an den Punkt wo ich den Ball hin spielen möchte. Es richtet sich auch immer ein bisschen danach,
ob der Ball eben relativ nah zum Körper kommt, der Passierball. Man hat eben nicht die Möglichkeit,
wie an der Grundlinie sich jetzt da erst weg zu bewegen, sich gut zum Ball zu positionieren,
sondern man hat nicht viel Zeit und wenn ein Ball jetzt sehr nah an mich heran kommt, winkle
ich durchaus mein Ellbogengelenk auch etwas mehr an, und wenn ich dann den Volley spiele,
strecke ich den Arm nach vorne durch. Also wenn wir das jetzt anschauen, spiele ich ihn
eigentlich fast nur aus dem Ellbogengelenk und die Schlägerfläche bleibt trotzdem sehr
sehr gut nach vorne ausgerichtet. Wenn dagegen ein Ball sehr weit weg kommt, bleib ich am
Anfang natürlich nicht in der Position, sondern nehme den Schläger sofort weiter rüber,
und mein Ellbogengelenk streckt sich vielmehr durch, und dann werde ich den Ball mehr aus
der Schulter spielen. Aber die Schlägerfläche bleibt immer noch sehr präzise nach vorne
ausgerichtet, und das ist wichtig. Und solange das bleibt, solange habe ich auch sehr viel
Kontrolle über den Ball. Was jetzt eben noch wichtig ist, dass wir den Schläger, wenn
wir ihn rüber nehmen, nicht zu weit nach hinten nehmen. Ich muss immer davon ausgehen,
dass ein sehr sehr schneller Passierball angeflogen kommt und deswegen stehe ich immer erst mal
mit der Einstellung am Netz, dass ich eben nicht ausholen kann, dass ich keine Zeit hab
und dann nehme ich maximal den Schläger neben den Körper, um dann praktisch ihn aus dem
Arm nach vorne unten wegzudrücken. Wie gesagt, es soll ein leichter Unterschnitt in den Ball.
Man kann einfach mit einem Slice den Ball eigentlich am besten kontrollieren. Bei dieser
Perspektive könnt ihr ganz gut sehen, wie ich meinen Schläger hinter den Ball und über
den Ball bringe am Anfang und ihn dann nach vorne und unten führe und unter den Ball
durchschneide und dabei aber die Fläche sehr konstant lasse, um maximale Kontrolle zu haben.
Wo ich dann den Schläger hinnehme am Anfang, das ist halt immer so, das muss sich ein bisschen
nach dem Passierball richten. Sowohl wie nahe ich ihn herannehme, als auch wie weit weg,
richtet sich halt immer nach dem Passierball. Ich versuche, wenn ich sehe der Ball kommt,
gleich hinter den Ball zu kommen. D.h. eben wenn er nah dran ist lasse ich den Arm angewinkelt,
wenn er weiter weg ist strecke ich mich mehr, ich verlagerte auch mein Gewicht weiter nach
drüben und ich gehe immer ein Stück über den Ball, da ich ihn ja herunter drücken
und auch herunterschneiden möchte. Wenn der Ball auch tiefer ist, gehe ich sofort etwas
tiefer, mehr hinter den Ball und bewege den Schläger mehr nach vorne parallel zum Boden.
Ist der Ball höher, zum Beispiel in Schulterhöhe oder Kopfhöhe, nehme ich den Schläger etwas
mehr über den Ball und meine Bewegung geht geradlinig etwas steiler nach unten. Die Bewegung
des Arms sollte immer relativ geradlinig gehen, also nicht erst nach unten und dann wieder
nach oben, sondern wirklich relativ geradlinig. Egal ob man einen tiefen Volley trifft oder
einen hohen, den man mehr von oben nach unten zieht. Hier seht ihr noch mal eine Perspektive
von vorne. Auch da kann man wieder ganz gut sehen, wie wenig ich aushole, wie stabil mein
Handgelenk bleibt und wie geradlinig ich den Schläger nach vorne unten durch den Ball
führe und immer einen leichten Unterschnitt hinein bekomme. Das ist ein relativ gestreckter
Volley, weit weg von mir, und man kann ganz gut sehen, wie konstant die Schlägerfläche
nach vorne zeigt. Was vielleicht noch ganz interessant ist, ist wenn man zum Beispiel
einen relativ tiefen Ball kriegt, wo man sich extrem weit nach vorne strecken muss, dann
öffnet natürlich die Schlägerfläche, da ganz vorne wie ich‘s am Anfang erklärt
habe. Deswegen ist es eben auch nicht wirklich möglich den Ball extrem weit vorne oben zu
treffen, aber es ist möglich, den Ball extrem weit vorne ganz tief unten zu treffen. Denn
wenn ein Ball ganz tief ist, dann möchte ich ihn ja auch heben, sonst schieße ich
ihn ja ins Netz. Und das ist eben ganz praktisch, denn kommt ein Ball vor die Füße dann strecke
ich mich natürlich weit nach vorne, und da vorne öffnet die Schlägerfläche und dann
krieg ich den Ball praktisch noch nach oben. Das ist übrigens das gleiche beim Grundlinienslice
auch. Also bei Bällen, wo ich mich weit nach vorne strecke, öffnet die Schlägerfläche
mehr und das will man ja auch. Und Bälle die man aber höher trifft, werden deutlich
weiter hinten getroffen. Das ist beim Slice dasselbe, also einen Ball den ich im Aufsteigen
nehme, hier oben in Schulterhöhe, oder einen Volley hier, den kann ich nicht hier vorne
treffen. Entweder würde ich ihn da rüber schießen, oder die Schlägerfläche wäre
offen und ich krieg sie auch nicht zu, selbst wenn ich das Handgelenk weit nach hinten biege.
Also werde ich einen hohen Ball hier hinten treffen müssen und dann kann ich ihn noch
runter drücken und etwas runterschneiden. Bzw. wenn ich einen Ball sehr sehr hoch treffe,
fast schon wie beim Überkopfball, kann ich den Ball durchaus auch mal runter drücken
ohne Unterschnitt, da man natürlich hier oben sehr schwer noch Unterschnitt rein bekommt.
Aber wenn ich Kontrolle über den Ball haben möchte, maximale, dann immer möglichst ohne
Handgelenkseinsatz. Das heißt wenn ich das jetzt mal zeige, wie‘s dann aussehen würde
bei mir ohne Ball, dann würde ich praktisch den Schläger rüber nehmen, die Schlägerfläche
ist gleich ausgerichtet wo ich hin spielen möchte. Der Schläger ist seitlich vom Körper,
nicht hinterm Körper, und dann würde ich praktisch diese Bewegung machen. Beim Rückhand
Volley würde das so aussehen. Ganz ähnlich. Der einzige Unterschied ist eben, dass ich
ihn in die Anfangsposition bringe den Schläger, mit meiner linken Hand. Ich unterstütze praktisch
den rechten Arm mit der linken Hand, beginne hier und dann würde der Volley so aussehen.
Und ich schau immer dass die Schlägerfläche möglichst konstant da hinschaut, wo ich den
Ball hin haben möchte, von Anfang bis Ende des Volleys. Wenn ich so einen Volley spiele,
aus dem Arm, dann sollte man auch nicht versuchen den großartig zu beschleunigen, sondern es
würde sich eher so anfühlen als würde man etwas Schwereres langsam wegdrücken. Da kann
man auch ruhig mal ein bisschen mehr Kraft aufwenden und den Arm nicht zu locker lassen,
denn das schlimmste was passieren kann ist eigentlich, dass man irgendwie nachgibt und
der Ball den Schläger wegdrückt. Also der Schläger soll schon relativ stabil bleiben.
Dann zum Körper. Was macht der Oberkörper und die Hüfte? Da ist es so, die bleibt eigentlich
ganz natürlich. Wenn ein Vorhand Volley kommt, schau ich eben, dass ich hinter den Ball hier
komme. Aber ich drehe jetzt nicht speziell den Oberkörper seitlich, das mache ich nicht.
Sondern ich bleib eigentlich relativ offen. Natürlich wenn der Ball kommt richte ich
mich bisschen Richtung Ball aus, wo ich ihn treffen werde. Deshalb bin ich ganz minimal
gedreht, aber es ist nicht so, dass ich mich jetzt absichtlich seitlich drehen würde,
das wäre nicht gut. Und bei der Rückhand ist es eben so, klar ich muss auch meinen
Schläger in diese Position nehmen, weil ja mein Schlagarm auf dieser Seite ist, werde
ich mich automatisch ein bisschen mehr drehen müssen, denn sonst bekomm ich ja den Schläger
nicht rüber. D.h. ich drehe hier jetzt mich eigentlich nicht absichtlich, sondern die
Drehung des Körpers die richtet sich eher nach dem, wo der Arm hin muss, wo der Schläger
hin muss. D.h. ich bring den Schläger in diese Position, und dann dreh ich mich natürlich,
das geht ja gar nicht anders, und dann drücke ich ihn weg. Hier könnt ihr noch einmal auf
die Oberkörperdrehung achten, die eben eigentlich nicht stattfindet. Der Oberkörper bleibt
ziemlich konstant und ruhig. Ja, das war der erste Teil zum Volley. Ich werde noch einen
zweiten Teil bringen und zwar geht‘s dann da um die Beinarbeit. Wie ihr ja auch seht,
wie ich die Schritte nach vorn in den Volley rein mache, wie ich angreife, wo ich mich
hin positionieren und so. Hier seht ihr wie mein Trainingspartner mich versucht zu passieren.
Den ein oder anderen kann ich ganz gut abfangen und manche Passierbälle sind auch einfach
zu schnell. So ist es halt dann einfach wenn es richtig abgeht. Und bei einem sehr sehr
guten Passierball hat man kaum eine Chance am Netz, das ist einfach so. Ich hoffe es
hat euch gefallen und hier verabschiede ich mich mit einer tiefen Verbeugung, Tschüss.

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